Veröffentlichung von Kinderfotos im Internet sind eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung: beide Elternteile müssen hier zustimmen!

Sachverhalt

Die getrenntlebenden Eltern eines Kindes streiten vor Gericht.
Die Kinder leben bei der Mutter. Die Lebensgefährtin des Vaters stellte Fotos ins Internet. Diese Fotos hat sie in ihren Facebook-Account und bei Instagram eingestellt und zur Werbung für ihr Friseurgewerbe verbreitet.
Die Mutter der Kinder wollte dies nicht und sie wollte rechtliche gegen die Lebensgefährtin vorgehen.
Dies wollte der Vater der Kinder nicht und daher klagte die Mutter gegen ihn auf Zustimmung.
Das Amtsgericht hat der Mutter einen Teil des Sorgerechts für die beiden Kinder übertragen. Es betraf die Erlaubsnis für die Auseinandersetzung mit der Lebensgefährtin wegen der unerlaubten Veröffentlichung und gewerblichen Verbreitung von Bildern der Kinder im Internet und in den sozialen Netzwerken vorzugehen.

Entscheidung des OLG Düsseldorf 20.7.2021 – Az.: 1 UF 74/21

Das Oberlandesgericht hat die Entscheidung des Amtsgerichts bestätigt.
Der Mutter müsse der Teil des Sorgerechts übertragen werden. Der Vater behauptete, die Mutter führen einen “Privatkrieg” gegen die Lebensgefährtin. Immerhin habe die Mutter auch Fotos von den Kindern im Internet veröffentlichen lassen.

Das Oberlandesgericht sieht die Entscheidung über das rechtliche Vorgehen gegen eine unberechtigte Veröffentlichung von Fotos des Kindes im Internet als eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung für das Kind an. Wenn Fotos bei “Facebook”, bei “Instagram” oder auf einer Website veröffentlich werden, können man sie weltweit abrufen.

Die Veröffentlichung von Kinderfotos im Internet müßte daher von beiden Eltern getragen werden.

Dabei sei es egal, ob die Mutter selbst schon Fotos von dern Kinder veröffentlicht habe.
Wichtig sei nur die konkret Situation.

Es entspräche daher dem Kindeswohl am besten, die Entscheidung über das rechtliche Vorgehen gegen eine unberechtigte Veröffentlichung eines Fotos des Kindes im Internet demjenigen Elternteil zu übertragen, der die Gewähr für eine Verhinderung der weiteren Bildverbreitung bietet.

Mit dem Einwand, dass die Mutter gegen die Lebensgefährtin einen Privatkrieg führe, setzte sich das Gericht nicht in dem Beschluss auseindersetzen.

Autor: Rechtsanwalt  Klaus Wille
und Fachanwalt für Familienrecht
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