Das Umgangsrecht an Feiertagen, insbesondere an Weihnachten ist Inhalt dieses Beitrages. Ich beantworte 7 Fragen zu diesem Thema:

Was ist Inhalt der Umgangsrecht?

Umgang bedeutet Rechte und Pflichten für alle Beteiligten

Ein umgangsberechtigter Elternteil hat in der Regel ein großes Interesse nach einer Trennung den Umgang mit den Kindern weiterhin stattfindet. Wenn das Kind nicht mehr mit dem umgangsberechtigten Elternteil zusammenlebt, dann verlieren sie den gemeinsamen Alltag.

Den Zweck des Umgangsrechts beschreibt das OLG Frankfurt wie folgt:

“Der Umgang im Sinne des § 1684 Absatz 1 BGB soll dem Umgangsberechtigten auch nach der räumlichen Trennung vom Kind weiterhin ermöglichen, sich vom körperlichen und geistigen Befinden seines Kindes und seiner Entwicklung durch Augenschein und gegenseitige Aussprache fortlaufend zu überzeugen, die verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem Kind aufrechtzuerhalten, einer Entfremdung vorzubeugen und auch dem Liebesbedürfnis beider Teile Rechnung zu tragen (BVerfG in: FamRZ 1995, 86).

Denknotwendig ist damit jedenfalls der persönliche Umgang des Elternteils mit dem Kind von einer gewissen Zeitspanne geprägt, so dass eine Umgangsregelung, die das regelmäßige Zusammensein von Elternteil und Kind auf einen Umfang von weniger als eine Stunde beschränkt, kaum noch dem Gesetzeszweck entsprechen dürfte und nur im Ausnahmefall bei Kleinstkindern sinnvoll sein kann” .

Quelle: Beschluss des OLG Frankfurt/ Main vom 31. Oktober 2016 (2 WF 302/16)

Pflicht zum Umgang

Dies bedeutet, dass der Umgangsberechtigte den Umgang wahrnehmen muss. Auf der anderen Seite muss der betreuende Elternteil den Umgang zulassen und fördern.

Die Pflicht zum Umgang bedeutet auch, dass ein Elternteil den Umgang nicht – und schon garnicht kurzfristig- absagen oder die Kinder zu spät abholen darf.

Der Umgang kann beispielsweise persönlich durchgeführt werden. Es ist auch möglich das Kind per Brief, Telefon oder Videotelefonie zu kontaktieren.

Wo ist das Umgangsrecht allgemein geregelt?

Nun das Umgangsrechts an sich ist im “BGB”, dem Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt.

Hauptregelung in §1684 BGB.

Leider gibt es dort keine genauen Vorgaben für das Umgangsrecht. Das Familiengericht kann das Umgangsrecht oder den Vollzug früherer Entscheidungen über das Umgangsrecht entweder einschränken oder ausschließen. Die Grenze ist das Kindeswohl. Eine Entscheidung, die das Umgangsrecht oder seinen Vollzug für längere Zeit oder auf Dauer einschränkt oder ausschließt, kann daher nur ergehen, wenn andernfalls das Wohl des Kindes gefährdet wäre (vgl. §1684 Abs. 4 BGB).

Was dies genau bedeutet, ist aus diesem Grund immer einzelfallbezogen zu beurteilen. Dies ist auf der einen Seite eine Schwäche und auf der anderen Seite eine Stärke des Gesetzes.

Ich hatte bereits zum Umgangsrecht in der Ferienzeit einen Artikel verfasst:

Wie ist das Umgangsrecht an Feiertagen geregelt?

Eltern sollten dringend für die Feiertage eine eigene Regelung treffen. Die Kinder mögen in der Regel die Feiertage und verbinden damit) meist positive Erinnerungen. Eine gesetzliche Regelung für den Umgang an Feiertagen gibt es nicht.

Welche Feiertage sind hier gemeint?

Um das Umgangsrecht an Feiertagen zu regeln, müssen Sie wissen, welche Feiertagen man regeln kann: Erfasst werden hiervon vor allem die hohen christlichen Feiertage (Ostern, Pfingsten, Weihnachten). Doch genau genommen gibt es mehrere gesetzliche Feiertage.

Die Regelungen zu den gesetzlichen Feiertagen in Deutschland fallen grundsätzlich in die Kompetenz der einzelnen Bundesländer. Nur der Tag der Deutschen Einheit als Nationalfeiertag am 3. Oktober wurde im Rahmen eines Staatsvertrags durch den Bund festgelegt. Er wurde durch den Einigungsvertrag zum nationalen Feiertag erhoben

In den Bundesländern sind – neben dem Tag der Deutschen Einheit- acht weitere Feiertage gesetzlich geschützt:

  • Neujahr
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • 1. Mai
  • Tag der Deutschen Einheit
  • erster Weihnachtstag
  • zweiter Weihnachtstag

Es gibt aber in vielen Bundesländern noch weitere Feiertage.

So gibt es in Nordrhein-Westfalen es folgende gesetzliche Feiertage: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, Tag der Deutschen Einheit, Allerheiligen, Weihnachten, 2. Weihnachtstag.

Doch es gibt noch andere Festtage, die m.E. auch geregelt werden können. Was ist z.B. mit Geburtstagen des Kindes oder eines Elternteiles? Gehört das Kind oder ein Elternteil einer anderen Religion an, sind ggf. weitere Festtage zu beachten, etwa das islamische Opferfest oder der jüdische Jom Kippur.

Was sollten Sie bei einer Regelung der Feiertage beachten?

Wie bereits gesagt, ist die Grenze jeglicher Umgangsregelung das Kindeswohl. Es ist natürlich klar, dass sie als Eltern oder Erziehungsberechtigte eine gute Lösung finden sollten. Verschiedene Faktoren können helfen eine Regelung zu finden:

  • Entfernung der Wohnorte der Eltern
  • Erfahrung aus der Vergangenheit
  • Regelungen aus den Vorjahren
  • Regelungen des bisherigen Umgangs
  • Arbeitszeiten der Eltern
  • Urlaubsansprüche der Eltern
  • Vorstellungen bzw. Wünsche des Kindes / der Kinder

Mögliche Lösungsvorschlage für das Umgangsrecht an Feiertagen

Es gibt verscheidene Möglichkeiten, wie man die Feiertage regeln.

Ein Modell ist, dass das Kind jedes Jahr wechseln die Feiertage verbringt. Das Kind verbringt Weihnachten bei einem Elternteil und Silvester beim anderen. Im nächsten Jahr wird es wechseln die Tage. Oder man teil die Feiertage gewissermaßen auf: Heiligabend bei dem einen Elternteile, die anderen Feiertage bei dem anderen Elternteil.  

Oder man teilt die Feiertage im Jahr auf: die Kinder feiern bei dem einen Elternteil Ostern und Pfingsten und bei dem anderen Elternteil Weihnachten und Silvester.

Es gibt auch die Möglichkeit die Feiertagsregelung an der Regelung der Ferien auszurichten.

Was können Sie tun, wenn Sie keine Einigung zum Umgangsrecht in Ferienzeiten finden?

All das was ich hier gesagt habe, ist natürlich blanke Theorie, wenn sich die Eltern streiten und nicht einigen wollen. Bevor sie sich vor Gericht treffen können Sie zum Jugendamt gehen oder eine Elternberatungsstelle aufsuchen. Das Problem ist natürlich, dass beide Elternteile dort erscheinen müssen.

Führt auch dieser Weg nicht zum Erfolg, bleibt nur noch der Weg über das Gericht. Beauftragen Sie dafür einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung Ihres Umgangsrechts an Weihnachten. Dazu ist ein Antrag beim Familiengericht nötig.

Noch ein wichtiger Hinweis: Jeder kennt die Daten, wann die Feiertage sind. Heiligabend ist immer am 24. Dezember. Daher sollten Sie früh genug planen.

Umgangsrecht an Feiertagen, zum Beispiele an Weihnachten.

Sie können diesen Artikel auch auf in meinem Podcast Wille der Podcast für das Familienrecht nachhören.

https://podcasts.apple.com/de/podcast/wille-podcast-f%C3%BCr-familienrecht/id1503252230

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Weitere Antworten zum Umgangsrecht erhalten Sie hier:

Autor: Rechtsanwalt  Klaus Wille
und Fachanwalt für Familienrecht
Waidmarkt 11 – 50677 Köln
Tel.: 0221/20475318