Die Düsseldorfer Tabelle ändert sich zum 01.01.2021 (Foto: kwarner/fotolia.com)
Die Düsseldorfer Tabelle ändert sich zum 01.01.2021 (Foto: kwarner/fotolia.com)

Heute geht es um die Düsseldorfer Tabelle und den Kindesunterhalt. Denn der Kindesunterhalt wird sich mal wieder verändern. Zum 01.01.2021 wird sich die Düsseldorfer Tabelle verändern. Zusätzlich wird sich auch das Kindergeld verändern, nämlich erhöhen.

In diesem Artikel werden 7 Fragen zur Düsseldorfer Tabelle beantwortet.

1. Was ist die Düsseldorfer Tabelle ?

Die Tabelle ist eine Leitlinie für die Höhe des Kindesunterhalts nach einer Trennung bzw. Scheidung der Eltern. Aus ihr kann abgelesen werden, wie viel Unterhalt der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, mindestens zahlen muss.

2. Seit wann gibt es diese Tabelle?

Seit März 1962 existiert die Düsseldorfer Tabelle. Die erste Düsseldorfer Tabelle wurde durch das Landgericht Düsseldorf – die damalig noch die Unterhaltssachen bearbeitete- vorgestellt. Obwohl es noch bis in die 70er-Jahre verschiedene Unterhaltstabellen gab (z.B. die Kölner Unterhaltstabelle ab dem 01.01.1972) erarbeitete sich die Düsseldorfer Tabelle eine herausragende Stellung im Unterhaltsrecht. Die Tabelle ist mittlerweile allgemein anerkannt.

3. Wie häufig ändert sich die Düsseldorfer Tabelle?

Die letzte Änderung der Düsseldorfer Tabelle wurde ab dem 01.01.2020 wirksam. Die nächste Änderung steht schon für den 01. Januar 2021 an.

4. Welche Grundregeln gelten für die Düsseldorfer Tabelle?

Die Tabelle ist unterteilt in 10 Einkommensgruppen und vier Altersstufen.

Die Einkommensgruppe 1 ist umfasst das Einkommen “weniger als 1.900 EUR”. D.h. jemand der weniger als 1.900 EUR an Einkommen hat, muss den geringsten Kindesunterhalt zahlen.

Die Grundregel der Düsseldorfer Tabelle lautet:
Je höher das Einkommen und je älter das Kind,
desto höher der Kindesunterhalt.

Die Düsseldorfer Tabelle setzt voraus, dass der Unterhaltspflichtige 2 Personen Unterhalt gewährt. Bei einer geringeren oder größeren Anzahl von Unterhaltsberechtigten kann eine Herab- bzw. Heraufstufung vorzunehmen. D.h. wenn der Unterhaltspflichtige nur einem Kind Unterhalt gewähren muß, dann wird er in eine Einkommensgruppe höher eingestuft.

Der Unterhaltspflichtige hat auf jeden Fall den Mindestunterhalt zu zahlen. Ab einem monatlichen Einkommen von über 5.100 EUR findet eine konkrete Unterhaltsberechnung statt.

5. Wie ändert sich die Düsseldorfer Tabelle zum 01.01.2021?

Aufgrund der Dritten Verordnung zur Änderung der Mindestunterhaltsverordnung wurde der Mindestunterhalt neu festgelegt.

Nach dieser Verordnung wird der Mindestunterhalt in den ersten drei Altersstufen erhöht. Der Mindestunterhalt ist der Unterhalt, den der- oder diejenige zahlen muss, der / die weniger als 1.900 Euro im Monat verdient.

Dies bedeutet: in der ersten Altersstufe (bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahrs) erhöht sich der Mindestunterhalt von 378 auf 393 Euro.

Die zweite Altersstufe umfasst das Alter vom siebten bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahrs). Der Mindestunterhalt erhöht sich hier von 434 auf 451 Euro.

Ab dem 13. Lebensjahr beginnt die dritte Altersstufe. Der Mindestunterhalt höht sich hier von 508 auf 528 Euro.

Die neue Regelung gilt ab dem 01.01.2021.

Die Verordnung zur Änderung des Mindestunterhaltes vom 03.11.2020 können Sie hier abrufen:

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/Dokumente/BGBl_Mindestunterhalt.pdf?__blob=publicationFile&v=2

6. Wie wird das Kindergeld berücksichtigt?

Die Düsseldorfer Tabelle zeigt nicht den Zahlbetrag. Von dem Unterhaltsbedarf aus der Düsseldorfer Tabelle ist jeweils das Kindergeld abzuziehen. Bei minderjährigen Kindern wird das Kindergeld zur Hälfte abgezogen; bei volljährigen Kindern wird das Kindergeld vollständig abgezogen.

Dabei ist zu beachten, dass ab dem 01. Januar sich auch das Kindergeld verändert:

Das neue Gesetz sieht eine Erhöhung zum 01. Januar 2021 um 15 Euro pro Kind vor. Daraus folgt: Für das erste und zweite Kind bekommen Eltern damit 219 Euro pro Monat, für das dritte Kind 225 Euro und ab dem vierten Kind sogar 250 Euro.

Ich nehme hier einmal das Beispiel mit dem Mindesterhalt.

Muss ein Vater für ein vierjähriges Kind Kindesunterhalt zahlen und verdient z.B. 1800 EUR, dann muss er nach der Düsseldorfer Tabelle derzeit folgende Beträge zahlen:

378 EUR – ½ Kindergeld (102 EUR) = 276 EUR zahlen;

Ab dem 01.01.2021 gilt hier:

393 EUR – ½ Kindergeld (109,50 EUR)= 283,50 EUR.

Mehr zum Kindergeld:

Kurzes Video als Übersicht über den neuen Mindestunterhalt.

Die Beträge gelten
ab Januar 2021

(c) Klaus Wille

7) Was sollten Sie tun, wenn Sie Unterhalt zahlen muss / oder erhalten?

Auf jeden Fall sollten Sie den Unterhalt neu berechnen lassen. Dazu sollten entweder zum Jugendamt gehen oder einen Rechtsanwalt aufsuchen. Natürlich können sie auch selbst versuchen den Unterhalt anhand der Düsseldorfer Tabelle zu klären. Dies ist aber nicht so ganz einfach. Die jetzigen Änderungen sind aber auch eine gute Möglichkeit, um den Unterhalt vollständig neu zu klären. Denn immerhin kanns ich das Einkommen verändert haben.

Sie sollten auch nicht zu lange warten, da in der Regel über die Weihnachtszeit bei vielen Ämtern keine Termine zu erhalten sind. Ich kann ihnen gerne anbieten.

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Autor: Rechtsanwalt  Klaus Wille
und Fachanwalt für Familienrecht
Waidmarkt 11 – 50677 Köln
Tel.: 0221/20475318