Nach der Trennung müssen Eltern sich auch mit der Frage des Umgangsrechts beschäftigen. Oft zieht ein Elternteil aus und das Kind bleibt bei einem Elternteil in der Wohnung. Ein umgangsberechtigter Elternteil hat in der Regel ein großes Interesse nach einer Trennung den Umgang mit den Kindern weiterhin stattfindet. Wenn das Kind nicht mehr mit dem umgangsberechtigten Elternteil zusammenlebt, dann verlieren sie den gemeinsamen Alltag. Dies wird in vielen Verfahren übersehen.

Dabei wird auch oft übersehen, dass gerade das Kind ein Recht hat, mit dem anderen Elternteil persönlichen Umgang zu pflegen.

Dies bedeutet auch, dass der Umgangsberechtigte den Umgang wahrnehmen muss. Auf der anderen Seite muss der betreuende Elternteil den Umgang zulassen und fördern.

Hier sind 7 Tipps, die Eltern bei der Regelung des Umgangs beachten sollten:

1. Sprechen Sie sich über den Umgang frühzeitig ab.

Wenn die Umgangszeiten noch nicht durch ein Gericht festgelegt worden sind, dann ist sollten Sie den Umgang sehr früh festlegen. Dabei müssen Sie berücksichtigen, dass es für das Kind wichtig ist, den persönlichen Umgang zu pflegen.

Es gibt immer wieder Eltern, die meinen den Umgang ganz kurzfristig zu regeln.

2. Sprechen Sie die Ferienzeiten ab.

Zum Umgangsrecht gehören auch die Ferienzeiten. Eine besondere Form des Umgangs ist der Ferienumgang. Jetzt sind gerade Sommerferien und es stellt sich daher die Frage, was für die Sommerferien gilt.

Das Bundesverfassungsgericht hat schon vor etlichen Jahren entschieden, dass dies nicht möglich ist. Die Umgangskontakte während der Ferienzeiten generell auszuschließen, ist unzulässig. Diese Regelung muss das Gericht begründen.

Welches Umgangsrecht und Ferienzeiten sind in den Ferien  möglich?

Es gibt keine ausdrückliche gesetzliche Regelung zum Ferienumgang. Das Gesetz beschreibt nur, das jedes Kind das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil hat. Zusätzlich ist jeder Elternteil zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet ist (§1684 Abs. 1 BGB).

Dies bedeutet, dass die Eltern sich absprechen müssen.

In der Regel hat derjenige Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, das Recht das Kind in den Ferien einige Wochen zu sich zu nehmen. Häufig werden die Umgangszeiten des Kindes mit den Eltern geteilt. D.h. das Kind verbringt beispielsweise die erste Hälfte des Umgangs mit dem Vater und die andere Hälfte mit der Mutter. Die Grenze ist das sog. Kindeswohl.

Wir haben auch schon Fälle betreut, in denen der Ferienumgang anders aufgeteilt wurde. So hatten wir einen Fall zu betreuen, in dem der Vater das Kind in der ersten Woche zu sich nahm. Dann nahm die Mutter das Kind für 2 Wochen, dann der Vater für zwei Wochen und abschließend verbrachte das Kind die letzte Ferienwoche wieder bei der Mutter. Es gibt daher keine starre Regelung.

3. Klären Sie den die Häufigkeit und den Turnus des Umgangs!

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie oft der Umgang stattfindet. Es gibt die Möglichkeit, dass der Umgang jedes Wochenende, alle zwei Wochenenden, in der Woche, etc. stattfindet. Egal was Sie regeln möchten: regeln Sie es klar und eindeutig.

4. Klären Sie, ob ein neuer Partner an dem Umgang teilnehmen darf

Viele Eltern haben nach der Trennung von dem Vater oder der Mutter ihres Kindes, einen neuen Partner. Zwar darf ein neuer Partner Umgang anwesend sein.  Und es gilt nur etwas anderes, wenn dies dem Kindeswohl widerspricht. Doch auf der anderen Seite müssen Sie immer bedenken, wie ein Kind auf den neuen Partner reagiert. Ich habe schon Fälle betreut, in dem ein Elternteil alle 4 Monate einen neuen Partner präsentiert hat. Ob dies wirklich so gut für ein Kind ist?

5. Wichtig für den Umgang: Regeln Sie wer das Kind wann und von wo abholt.

In der Regelung holt und holt und bringt der Umgangsberechtigte die Kinder. In Ausnahmefällen, zum Beispiel bei erheblicher räumlicher Distanz ist es möglich auch den betreuenden Elternteil zur Mitwirkung an der Reise zu verpflichten. Doch hier gibt es viele Detailfragen zu klären. Wo soll der Treffpunkt sein, wer darf die Kinder abholen?

6. Klären Sie was passiert, wenn der Umgang – aus welchen Gründen auch immer – ausfallen muss.

Dabei müssen Sie wissen, dass der Umgang immer durchzuführen aus, außer ein Kind ist erkrankt. Doch sollte ein Umgangstermin ausfallen, so können Sie Ersatztermine regeln. Eine Vereinbarung zum Umgangsrecht sollte dies berücksichtigen.

7. Halten Sie die Umgangsregelung schriftlich fest!

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Umgang zu regeln. Sie können zum Jugendamt, Beratungsstellen oder zum Anwalt gehen. Dabei sollten Sie immer im Blick behalten, dass es um das Kind geht. Als letzte Station bleibt dann nur der gerichtliche Weg:

Können sich die Eltern über die Ausübung des Umgangsrechts nicht einigen, so regelt das Familiengericht den Umgang. Dabei muss die Entscheidung des Familiengerichts die Grundrechte der Eltern berücksichtigen. Zusätzlich muss das Gericht auch das Wohl des Kindes berücksichtigen.

Unabhängig aller Differenzen, die u.a. zur Trennung der Eltern geführt haben: Das Umgangsrechts kann und soll durch die Eltern einvernehmlich geregelt werden. Es gibt nicht “die Umgangsregelung”.

Mit einer schriftlichen Regelung haben Sie Klarheit und können Ihre Vereinbarung besser nachvollziehen.

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Hören Sie dazu auch unsere Podcastfolge:
“7 Tipps zur Regelung des Umgangs”

Zum Thema Umgangsrecht und Corono-Pandemie:

Autor: Rechtsanwalt  Klaus Wille
und Fachanwalt für Familienrecht
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