7 Fragen zum Scheidungsverfahren

Das Scheidungsverfahren ist für viele eine einmalige Angelegenheit. In diesem Artikel werden 7 wichtige Fragen beantwortet.

So geht es unter anderem um den Scheidungstermin oder um den Ablauf des Verfahrens.

Noch ein Hinweis für diejenigen, die gerade in Trennung leben oder kurz vor der Trennung sind:

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1. Was ist die grundlegende Voraussetzung für ein Scheidungsverfahren?

Im Grunde genommen gibt es mehrere Voraussetzungen, um ein Scheidungsverfahren einzuleiten. Die Hauptvoraussetzung ist zunächst dass die Parteien getrennt leben. Es geht darum, dass die Eheleute rechtlich und wirtschaftlich nicht mehr als Ehepaar betrachtet werden wollen. Dies zeigt sich äußerlich häufig daran, dass die Eheleute getrennt leben. Nach Ablauf des Trennungsjahres können Sie die Scheidung beantragen.

2. welche Unterlagen benötige ich um eine Scheidung einzureichen?

Es kann immer nur derjenige ein Scheidungsantrag einreichen, der einen Rechtsanwalt hierfür beauftragt hat. Der Rechtsanwalt wird dann folgende Unterlagen von IHnen verlangen:

  • Das Stammbuch oder die Heiratsurkunde
  • Bei minderjährigen Kindern die Geburtsurkunden
  • Eheverträge oder Scheidungsfolgevereinbarungen

In der Regel reichen Kopien. Sie müssen sich darauf einstellen, dass das Gericht die Unterlagen auch in beglaubigter Kopie verlangt.

3. Wie läuft das Scheidungsverfahren ab?

Der Ablauf des Scheidungverfahrens hängt natürlich davon ab, ob neben der Scheidung noch andere Fragen geklärt werden sollen. In jedem Scheidungsverfahren wird in Deutschland auch der sogenannte Versorgungsausgleich geregelt. Der Versorgungsausgleich beschäftigt sich mit dem Ausgleich der Rentenansprüche. Das Scheidungsverfahren läuft dann wie folgt ab:

Hier ein kurzer Überblick über das Scheidungsverfahren:

  • zunächst wird ein Scheidungsantrag durch die Rechtsanwalt beim Familiengericht eingereicht.
  • das Familiengericht prüft dann, ob die formalen Voraussetzungen vorliegen und vergibt ein Aktenzeichen. Danach werden die Gerichtskosten verlangt.
  • Nach der Einzahlung der Gerichtskosten, stellt das Gericht dem anderen Ehepartner den Scheidungsantrag zu. Zusätzlich erhält jede Partei einen Beschluss wie lange der Antragsgegner d. h. andere Ehepartner für die Beantwortung der Scheidungsantrages Zeit hat
  • Das Amtsgericht übermittelt dann auch Unterlagen zum Versorgungsausgleich. Das sind mehrere Seiten. Die Unterlagen schickt der Rechtsanwalt zum Familiengericht.
  • Irgendwann setzt das Gericht einen Gerichtstermin für die Scheidung und Versorgungsausgleich an. Dazu erhält jede Partei eine förmliche Ladung. Die förmliche Ladung ist ein “gelber Umschlag”.
  • Zu dem Gerichtstermin erscheinen dann die Eheleute und zu mindestens ein Rechtsanwalt.
  • In dem Termin stellt das Gericht dann fest, ob die Scheidungsvoraussetzungen vorliegen und es wird der Versorgungsausgleich besprochen.
  • Dann ergeht ein Beschluss aus dem sich die Scheidung ergibt. Danach hat man noch einen Monat Zeit um gegen die Scheidung Beschwerde einzulegen.

4. Wie lange dauert ein Scheidungsverfahren?

Die Dauer eines Scheidungsverfahrens kann sehr unterschiedlich ausfallen. Im Normalfall kann man mit 4-8 Monaten rechnen.

Die folgenden Faktoren wirken sich auf die Dauer des Scheidungsverfahrens aus:
• wie schnell Ihr Rechtsanwalt den Antrag bei Gericht einreicht
• wie schnell Sie die Unterlagen für den Versorgungsausgleich ausfüllen
• es kommt auch darauf an, wie schnell das Gericht arbeitet
• oder wie schnell der Versorgungsausgleich errechnet wird
• wie schnell ein Scheidungstermin durch das Gericht bestimmt
• wie schnell das Scheidungsurteil rechtskräftig wird
• Ob ausländische Staatsangehörige beteiligt sind und man infolge dessen Informationen aus dem Ausland einholen muss.

Ein Scheidungsverfahren kann sich auch dann verlängern, wenn die Parteien sich noch über andere Punkte einigen müssen (zum Beispiel den Unterhalt oder den Zugewinnausgleich)

5. Wie lange dauert der Scheidungstermin beim Gericht?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Der Scheidungstermin dauert in der Regel mindestens 15 Minuten. Denn in dem Termin wird man seinen Ausweis vorlegen und es werden die Voraussetzung der Scheidung besprochen. Sollten aber noch weitere Punkte geklärt werden müssen (zum Beispiel Vermögensansprüche) dann kann ein Termin auch schon mal 2 Stunden dauern. Es hängt immer davon ab, ob die Parteien sich noch über Einzelpunkt streiten oder nicht.

6. Was passiert im Scheidungstermin konkret?

Der Scheidungstermin beginnt in der Regel damit dass alle zur Sache aufgerufen werden. D. h. in der Regel stehen alle Beteiligten zunächst vor dem Gerichtssaal und wenn dann der Richter oder die Richterin einen auf ruft dann tritt man in den Gerichtssaal ein.

Hier vielleicht schon immer etwas wichtiges: in dem Termin dürfen nur die Beteiligten eintreten. D. h. die neuen Freunde die geliebten oder die neuen Lebenspartner dürfen nicht in den Saal eintreten.

 Zu Beginn möchte dann das Gericht den Ausweis sehen. Es geht auch darum, um festzustellen, welche Staatsangehörigkeiten die Eheleute haben. Danach stellt das Gericht verschiedene Fragen.

Folgende Fragen wird das Gericht zunächst in Antragsteller stellen und danach den Antragsgegner oder die Antragsgegnerin

  • Zunächst möchte das Gericht wissen, seit wann die Eheleute getrennt leben;
  • Dann möchte das Gericht wissen, wie sich die Trennung äußerlich vollzogen hat, d.h. wer ausgezogen ist,
  • Und das Gericht will wissen, ob die Eheleute eine Möglichkeit sehen, die Ehe fortzusetzen.

Der Richter spricht dabei die Eheleute immer direkt an und die Anwälte halten sich zurück. Die Richter fragen nicht nach den Scheidungsgründen d. h. es ist nicht interessant, ob zum Beispiel die Ehe in die Brüche gegangen, ist weil jemand einen betrogen hat.

7. Muss ich im Gerichtssaal irgendetwas unterschreiben?

Das Gericht, d.h. der Richter oder die Richterin fragt die Eheleute, wann der genaue Trennungszeitpunkt war und ob die Eheleute die Ehe als zerrüttet ansehen. Dann wird der Versorgungsausgleich besprochen. Sollte die Eheleute noch weitere Angelegenheiten klären wollen, dann werde diese Angelegenheiten auch geklärt. Am Ende gibt es eine Entscheidung – einen Scheidungsbeschluss. Aber: die Eheleute unterschreiben dabei nichts. Nur der Richter setzt seine Unterschrift unter den Beschluss.

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Autor: Rechtsanwalt  Klaus Wille
und Fachanwalt für Familienrecht
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