Übernachtungen des Kindes im Rahmen des Umgangs ( Foto: ©-barneyboogles/fotolia.c.om)

Der Ausschluss von Übernachtungen bedarf einer besonderer Rechtfertigung. Das Alter des Kindes ist kein Kriterium für den Ausschluss.

Sachverhalt

Die Parteien streiten darum, ob Übernachtungen von Kindern beim angeordnet worden durften. Die Eltern lebten getrennt und lebten nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Gemeinsame Kind besuchte die erste Schulklasse. Das Amtsgericht hatte auch Übernachtungskontakte Kontakte angeordnet. Dagegen legte die Kindesmutter Beschwerde ein.

Beschluss des OLG Köln vom 8.2.2019 (Az.: 10 UF 189/18)

Das Oberlandesgericht wies darauf hin, dass sie die Beschwerde als unbegründet zurückweisen möchte. Der Ausschluss von Übernachtungskontakten komme nur in Ausnahmefällen in Betracht. Der Auschluss bedürfe einer besonderen Rechtfertigung. Übernachtungen des Kindes beim umgangsberechtigten Elternteil entsprechen der dem Kindeswohl. Sonst besteht die Gefahr, dass das Kind den anderen Elternteil nur als sonntags Elternteil erlebe.

Das bloße Alter eines Kindes sei kein Kriterium für die Frage der Anordnung von Übernachtungskontakten. Es diene grundsätzlich dem Entwicklungsprozess von Kindern.

Das OLG Köln hatte sich schon einmal mit dem Thema zu beschäftigen: Das OLG hatte über einen Fall von zwei Töchter (jeweils 3 Jahre alt) zu entscheiden. Die Mutter wollte kein Umgangsrecht für die dreijährige Tochter einräumen. Das Familiengericht hatte dem Kindesvater dieses Umgangsrecht für die Tochter eingeräumt und auch die Übernachtungen befürwortet. Das OLG hatte dies bestätigt. Andernfalls werde das Umgangsrecht zu stark eingeschränkt. (Beschluss vom 12.03.2012 (Az.: 4 UF 235/11). Mehr zu dieser Entscheidung finden Sie auf unserer Homepage hier )

Fazit zu Umgang und Übernachtungen

In der Regel entsprechen Übernachtungen des Kindes beim anderen Elternteil aber dem Kindeswohl. Dabei ist das Alter kein entscheidender Maßstab, um Übernachtungen auszuschließen. Ferner ist noch relevant, wie weit der Umgangsberechtigte und das Kind von einander entfernt lebt.

Quellenangaben der Originalentscheidung

https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/koeln/j2019/10_UF_189_18_Beschluss_20190208.html

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Autor: Rechtsanwalt  Klaus Wille
und Fachanwalt für Familienrecht
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