Versorgungsausgleich bei langer Trennung (Bild: Kwarner-Fotolia.com)

Versorgungsausgleich bei langer Trennung (Bild: Kwarner-Fotolia.com)

Ein Ausschluss des Versorgungsausgleichs ist gerechtfertigt, wenn die Ehegatten in den letzten acht Jahren der 21-jährigen Ehezeit räumlich getrennt waren und zusätzlich der ausgleichsberechtigte Ehegatte während dieser Zeit seine Unterhaltspflicht gegenüber den Kindern verletzt hat.

1. Sachverhalt

Die Parteien streiten sich darüber, ob ein Versorgungsausgleich während eines Ehescheidungsverfahrens durchzuführen ist. Die Parteien haben 1991  geheiratet. Im November 2012 wurde der Scheidungsantrag der Ehefrau zugestellt. Die Ehe wurde im Oktober 2013 rechtskräftig geschieden. Aus der Ehe ist ein Kind hervorgegangen. Die Parteien lebten seit April 2004 räumlich voneinander getrennt. Spätestens seit diesem Zeitpunkt zahlte der Antragsgegner keinen Unterhalt mehr, obwohl der Antragsgegner hierzu finanziell in der Lage war. Im Rahmen des Versorgungsausgleichs hätte die Antragstellerin erhebliche Anrechte auf den Antragsgegner übertragen müssen.

Ausschluss des Versorgungsausgleichs

Das Amtsgericht hat die Ehe geschieden und den Versorgungsausgleich wegen grober Unbilligkeit ausgeschlossen. Dagegen legte der Antragsgegner Beschwerde ein.

2. Beschluss des OLG Düsseldorf vom 18.7.2018 (Az.: 8 UF 221/17)

Das Oberlandesgericht hat die Beschwerde des Antragsgegners als unbegründet zurückgewiesen. Der Ausschluss des Versorgungsausgleichs sei gerechtfertigt. Der Antragsgegner habe seit der räumlichen Trennung für die gemeinsame Tochter keinen Unterhalt gezahlt. Zusätzlich habe er während der Trennungszeit längere Zeit seine Unterhaltspflichten verletzt. Er habe aber die finanziellen Möglichkeiten für die Unterhaltszahlungen gehabt. Aufgrund der langen Trennungszeit und der erheblichen Pflichtverletzung sei der Ausschluss berechtigt.

Das könnte sie auch interessieren:

OLG Brandenburg: Ausschluss des Versorgungsausgleichs bei langer Ehedauer 

KG Berlin: Eine lange Trennungszeit führt nicht zum Ausschluss des Versorgungsausgleichs

BGH: Kein Ausschluss des Versorgungsausgleichs bei Fehlverhalten nach der Scheidung

OLG Oldenburg: Auskunft über Sparvermögen eines Kindes

Zurück zur Startseite: https://www.anwalt-wille.de/

Rechtsanwalt Klaus Wille

Fachanwalt für Familienrecht
Breite Straße 147-151
50667 Köln
Tel.: 0221/ 272 47 45
www.anwalt-wille.de
www.anwalt@anwalt-wille.de