Umgangsrecht zwischen Enkel und Großeltern (Foto: Uschi Hering/fotolia.com)

Das Umgangsrecht zwischen Großeltern ist vereinzelt zwischen den Eltern und den Großeltern streitig. Wann dürfen die Großeltern bei verstrittenen Verhältnissen das Kind sehen?

Das Oberlandesgericht Oldenburg hat in einer Pressemitteilung vom 13.12.2017 bestätigt: es gibt es kein unbedingtes Umgangsrecht zwischen den Großeltern und den Enkeln.

Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zugrunde:

Ein Ehepaar verlangte regelmäßigen Umgang mit den siebenjährigen Enkel. Sie hatten sich mit der Kindesmutter überworfen. Sie lehnte ein Entgegenkommen ab. Die Kindesmutter wollte, dass die Großes ab den Enkel nur im Haushalt der Mutter in deren Anwesenheit zu besuchen. Das Amtsgericht hatte den Umgangsantrag der Großeltern abgelehnt.

Oberlandesgericht hat die Entscheidung des Amtsgerichts bestätigt.

Das Umgangsrecht zwischen Enkeln und Großeltern könne nur dann ausgeübt werden, wenn dies dem Wohle des Kindes diene. Wenn das Kind aufgrund der Zerstrittenheit der Eltern mit den Großeltern in einen neuen Interessenkonflikt gerate, so könne das Umgangsrecht hier ausgeschlossen werden. Dabei komme es auch nicht drauf an, welche Seite den Konflikt verschuldet habe. Es gehe allein um das Kindeswohl . Erschwerend kam hinzu, dass die Großeltern den Erziehungsvorrgang der Vorrang der Kindesmutter nicht akzeptiert hatten und deren Erziehungsfähigkeit anzweifelten. Daher entfalle bis auf Weiteres das Umgangsrecht (vgl. Pressemitteilung des OLG Oldenburg vom 13.12.217, Az.: 3 UF 120/17)

Fazit

Die Entscheidung des OLG entspricht der Rechtssprechung des Bundesgerichtshofes. In der Regel ist ein Kontakt zwischen Enkel und Großeltern gut für die Entwicklung des Kindes. Der Umgang der Großeltern mit dem Kind dient regelmäßig nicht seinem Wohl, wenn die – einen solchen Umgang ablehnenden – Eltern und die Großeltern so zerstritten sind, dass das Kind bei einem Umgang in einen Loyalitätskonflikt geriete (BGH, Beschluss vom 12. Juli 2017 – XII ZB 350/16). Missachten die Großeltern den Erziehungsvorrang der Eltern, lässt dies ein Umgangsrecht nach § 1685 Abs. 1 BGB als nicht kindeswohldienlich erscheinen.(BGH, Beschluss vom 12. Juli 2017 – XII ZB 350/16).

Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht
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