Denkt man an den Kindesunterhalt, denkt man automatisch an die Düsseldorfer Tabelle.

1) Was ist die Düsseldorfer Tabelle ?

Die Tabelle ist eine Leitlinie für die Höhe des Kindesunterhalts nach einer Trennung bzw. Scheidung der Eltern. Aus ihr kann abgelesen werden, wie viel Unterhalt der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, mindestens zahlen muss.

2) Seit wann gibt es diese Tabelle?

Seit März 1962 existiert die Düsseldorfer Tabelle. Die erste Düsseldorfer Tabelle wurde durch das Landgericht Düsseldorf – die damalig noch Unterhaltssachen bearbeitete- vorgestellt. Obwohl es noch bis in die 70er-Jahre verschiedene Unterhaltstabellen gab (z.B. die Kölner Unterhaltstabelle ab dem 01.01.1972) erarbeitete sich die Düsseldorfer Tabelle eine herausragende Stellung im Unterhaltsrecht. Die Tabelle ist mittlerweile allgemein anerkannt.

3) Wie wird das Kindergeld berücksichtigt?

Von dem Unterhaltsbedarf aus der Düsseldorfer Tabelle ist jeweils das Kindergeld abzuziehen. Bei minderjährigen Kindern wird das Kindergeld zur Hälfte abgezogen; bei volljährigen Kindern wird das Kinder vollständig abgezogen.

4) Welche Grundregeln gelten für die Düsseldorfer Tabelle?

Die Tabelle ist unterteilt in 10 Einkommensgruppen und vier Altersstufen.
Die Grundregel lautet: Je höher das Einkommen und je älter das Kind, desto höher der Kindesunterhalt.

Die Düsseldorfer Tabelle setzt voraus, dass der Unterhaltspflichtige 2 Personen Unterhalt gewährt. Bei einer geringeren oder größeren Anzahl von Unterhaltsberechtigten kann eine Herab- bzw. Heraufstufung vorzunehmen. D.h. wenn der Unterhaltspflichtige nur einem Kind Unterhalt gewähren muß, dann wird er in eine Einkommensgruppe höher eingestuft.

Der Unterhaltspflichtige hat auf jeden Fall den Mindestunterhalt zu zahlen. Ab einem  monatlichen Einkommen von über 5.100 EUR findet eine konkrete Unterhaltsberechnung statt.

Autor: Rechtsanwalt Klaus Wille

Fachanwalt für Familienrecht
Dozent für das Arbeits- und
Betriebsverfassungsrecht

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