1. Begriff
Streikgeld ist eine (freiwillige) finanzielle Unterstützung der Gewerkschaften an ihr Mitglieder im Rahmen eines Arbeitskampfes. Damit soll der Lohnausfall der Arbeitnehmer aufgefangen werden.
2. Voraussetzungen
– Regelung in der jeweilien Satzung der Gewerkschaft: gemäß §15 Ziffer 2 der Satzung der Gewerkschaft Verdi erhalten die Mitglieder eine "Untersützung bei Arbeitskämpfen", der Höhe und Voraussetzungen durch den Gewerksschaftsrat gewärt wird.
– Mitgliedschaft in der Gewerkschaft zum Zeitpunkt der Urabstimmung
– vereinzelt können auch Arbeitnehmer, die nach der Urabstimmen beitragen,  Streikgeld erhalten, wenn sie sich verpflichten, ihre Mitgliedschaft mindestens 24 Monate aufrechtzuerhalten (vgl. § 8 der Arbeitskampfordnung der Fachgewerkschaft der Beschäftigten in der Sozialversicherung unter: http://www.gewerkschaft-der-sozialversicherung.de/leistungen/streikgeld/streikgeld0/index.html)
– Wegfall des Lohnes wegen eines Streiks
3. Höhe des Streikgeldes
a) Die Höhe richtet sich nach u.a. nach der Höhe der gezahlten Gewerkschaftsbeiträge und der Dauer der Gewerkschaftszugehörigkeit. In einem Streik von 2005 wurden die Höhe wie folgt geregelt:
Das Streikgeld beträgt bei einer Mitgliedschaft in Gewerkschaft von weniger als einem Jahr das 2,2 fache des Monatsbeitrages; ist man länger als ein Jahr Gewerkschaftsmitglied, dann erhält man das 2,5 fache des Monatsbeitrages.
(vgl.: http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/gw/ameos6.pdf)
b) In der Satzung der VERDI-Gewerkschaft von 2008 wird ausdrücklich betont, daß es sich bei dem Streikgeld um eine freiwillige Zahlung handelt.
c) Streikgelder, die von den Gewerkschaften an ihre Mitglieder gezahlt werden, unterliegen nicht der Einkommensteuer, sie sind also steuerfrei (Urteil des Bundesfinanzhofes vom 24.10.1990). Trotzdem wird das Streikgeld als "Lohnersatz" gesehen und daher unterhaltsrechtlich als Einkommen berücksichtigt.
4. Wegfall des Streikgeldes
Einige Gewerkschaften fordern das Streikgeld zurück, wenn der Arbeitnehmer vor Ende des Streiks seinen Arbeitsplatz wieder aufnimmt. Außerdem bestimmen einige Gewerkschaften, daß man das Streikgeld nur behält, wenn man noch ein Jahr nach Ende des Streiks Mitglied in der Gewerkschaft bleibt.
Für Fragen zu diesem oder anderen Fragenkomplexen stehen wir gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüße
Klaus Wille
Rechtsanwalt 
und Fachanwalt für Familienrecht
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