Auch nach der Unterhaltsreform, die zum 01.01.2008 in Kraft getreten ist, gibt es die Möglichkeit für den bedürftigen Ehegatten Unterhalt zu erhalten. Zwar wurde der Grundsatz der Eigenverantwortung nach der Scheidung nochmals verstärkt, aber trotz allem gibt es diverse Möglichkeiten Unterhalt zu erhalten.
Das bürgerliche Gesetzbuch enthält acht Unterhaltstatbestände, nämlich:
· Betreuungsunterhalt (§1570 BGB)
Ein Anspruch auf Betreuungsunterhalt besteht bei der Betreuung von gemeinsamen Kindern, die aus der Ehe stammen. Elternteile, die ihr Kind betreuen, haben zunächst für die Dauer von drei Jahren nach der Geburt des Kindes Anspruch auf Betreuungsunterhalt, der sog. Basisunterhalt (§1570 I 1 BGB n.F.). Unter gewissen Voraussetzungen ist er gem. §1570 Abs. 1 S. 2 und 3 sowie Abs. 2 BGB zu verlängern. 
· Altersunterhalt (§1571 BGB)
Ein geschiedener Ehegatte kann von dem anderen Unterhalt verlangen, soweit von ihm im Zeitpunkt der Scheidung, der Beendigung der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Alters oder des Wegfalls der Voraussetzungen des Unterhalts nach §1572 und §1573 BGB wegen seines Alters eine Erwerbstätigkeit nicht mehr erwartet werden kann.(§1571 BGB).
· Unterhalt wegen Krankheit oder Gebrechen (§1572 BGB)
Ein geschiedener Ehegatte kann von dem anderen Unterhalt verlangen, soweit von ihm im Zeitpunkt der Scheidung, der Beendigung der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Alters, der Beendigung der Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung, oder des Wegfalls der Voraussetzungen des Unterhalts nach §1573 BGB wegen Krankheit oder anderer Gebrechen oder Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann.
· Arbeitslosenunterhalt (§1573 Abs. 1 BGB)
Soweit ein geschiedener Ehegatte keinen Unterhaltsanspruch nach den §§ 1570 bis 1572 hat, kann er Unterhalt verlangen, solange und soweit er nach der Scheidung keine angemessene Erwerbstätigkeit zu finden vermag (§1573 Abs. 1 BGB)
· Aufstockungsunterhalt (§1573 Abs. 2 BGB)
Reichen die Einkünfte aus einer angemessenen Erwerbstätigkeit zum vollen Unterhalt (§ 1578) nicht aus, kann er, soweit er nicht bereits einen Unterhaltsanspruch nach den §§ 1570 bis 1572 hat, den Unterschiedsbetrag zwischen den Einkünften und dem vollen Unterhalt verlangen (§1573 Abs. 2 BGB)
·Unterhalt wegen Wegfalls von Einkünften aus einer angemessenen Erwerbstätigkeit wegfallen (§1573 Abs. 4 BGB)
Hatte der Unterhaltsberechtigte bei der Scheidung einen angemessenen Arbeit und konnte deswegen keinen Unterhalt beanspruchen, dann kann dieser Anspruch wieder aufleben, wenn die Erwerbstätigkeit wegfällt.
· Ausbildungsunterhalt (§1575 BGB)
Unter engen Voraussetzungen kann ein geschiedener Ehegatte auch für die Zeit der Ausbildungm Fortbildung oder Umschulung Unterhalt verlangen.
· Unterhalt aus Billigkeitsgründen (§1576 BGB)
Ein geschiedener Ehegatte kann von dem anderen Unterhalt verlangen, soweit und solange von ihm aus sonstigen schwerwiegenden Gründen eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann und die Versagung von Unterhalt unter Berücksichtigung der Belange beider Ehegatten grob unbillig wäre. Schwerwiegende Gründe dürfen nicht allein deswegen berücksichtigt werden, weil sie zum Scheitern der Ehe geführt haben (§1576 BGB).
Klaus Wille
Rechtsanwalt 
und Fachanwalt für Familienrecht
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