Auskunft über Vergleich von Sparvermögen eines Kindes (Foto: Marco-Drux-Fotolia.com)

Bei gemeinsamem Sorgerecht steht einem Elternteil ein Auskunftsanspruch über den Verbleib von Barvermögen des gemeinsamen Sohnes zu.

1.  Sachverhalt

Die Parteien streiten über den Verbleib des Sparvermögens des gemeinsamen Sohnes in Höhe von über 15.000 €. Die Beteiligten sind verheiratet und leben getrennt. Seit der Trennung lebt der gemeinsame Sohn im Haushalt der Mutter. Der Antragsteller verlangte von der Antragsgegnerin Auskunft über den Verbleib des Sparvermögens des gemeinsamen Sohnes. Die Antragsgegnerin ließ die Frist verstreichen. Daraufhin beantragte der Antragsteller im Gerichtsverfahren, dass die Kindesmutter über den Verbleib des Sparvermögens Auskunft erteilt. Nach Zustellung des Antrages erteilte die Antragsgegnerin Auskunft.

Nun kam es darauf an, wer die Kosten des Verfahrens zu tragen habe. Das Amtsgericht hatte der Antragsgegnerin die gesamten Kosten des Verfahrens auferlegt. Dagegen legte die Kindesmutter Beschwerde ein.

2.  Beschluss des OLG Oldenburg vom 30. Januar 2018 (Az. 4 WF 11/18)

Das Oberlandesgericht wies die Beschwerde als unbegründet zurück. Die Beteiligten üben das gemeinsame Sorgerecht für ihren Sohn aus. Dies umfasse auch die Vermögensfürsorge. Nach der Trennung müssten die getrenntlebenden Eltern in Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung ein gegenseitiges Einvernehmen erzielen.

Das gemeinsame Sorgerecht der Beteiligten verpflichtet die Antragsgegnerin im Hinblick auf die eigenmächtige Verfügung über das Barvermögen des gemeinsamen Sohnes Auskunft zu erteilen. Ein solcher Auskunft Anspruch ergebe sich aus §242 BGB.

Daher habe die Antragsgegnerin auch die Kosten komplett zu übernehmen.

3.        Fazit

In Trennungssituationen kommt es häufig vor, dass ein Elternteil unbefugt das Sparvermögen eines gemeinsamen Kindes verwendet. In solchen Situationen möchte nicht betreuende Elternteil in der Regel wissen, was mit dem Geschäft Geld geschehen ist. Ein solchen Auskunftsanspruch hat das Oberlandesgericht zugesprochen.

Für Sie heißt dies: vor eine möglichen Trennung, kopieren sie die Sparbücher und hinterlegen diese Kopien bei Freunden oder ihrem Anwalt.

Rechtsanwalt  Klaus Wille
und Fachanwalt für Familienrecht
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