father and son

Sorgerecht (Bild: Marzanna-Syncerz-Fotolia.com)

Ein Wechselmodell kann vom Gericht nicht gegen den Willen eines Elternteils angeordnet werden, und zwar weder durch eine Sorge- noch durch eine Umgangsregelung.

1.  Sachverhalt

Die Eltern eines Kindes leben getrennt. Sie streiten sich um Umgang und Sorgerecht. Das Amtsgericht vertrat die Auffassung, dass ein Wechselmodell im Rahmen des sorgerechtlichen Verfahrens nicht angeordnet werden könne.  Das Amtsgericht hat eine Umgangsregelung, die – zeitlich betrachtet – der Anordnung eines Wechselmodells gleichkommt, für zulässig erachtet.  Dagegen der Vater Beschwerde ein und beantragte im einstweiligen Rechtsschutz eine Abänderung des Beschlusses. 

2. Beschluss des OLG Saarbrücken vom 26.06.2014 – Az.: 6 UF 62/14

Das OLG hob den Beschluss des Amtsgerichts auf, den es sah aufgrund der Differenzen zwischen den Eltern keine Möglichkeit ein Wechselmodell anzuordnen.  Dies gelte zumindest nach derzeitigem Recht. Hierzu führt das OLG wie folgt aus:

Diese sorgerechtlich klare Ausgangslage zu umgehen, indem – wie das Familiengericht in der angegriffenen Entscheidung – das Umgangsrecht des anderen Elternteils so ausgestaltet wird, dass die Zeiträume, während derer sich das Kind bei jedem seiner Elternteile aufhält, in ihrer Summe etwa gleich lang sind, missachtet jene eindeutige gesetzgeberische Entscheidung und ist daher abzulehnen, zumal das Umgangsrecht nicht dazu dient, eine gleichberechtigte Teilhabe der Eltern am Leben ihres Kindes sicherzustellen (...).“

3. Quellennachweis

  • Ähnlich hat bereits das OLG Hamm, Beschluss vom 16.04.2012 (Az.: 2 UF 211/11), entschieden. Hier mehr auf unserer Seite www.unterhalt24.com oder DIREKT hier.
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Rechtsanwalt Klaus Wille
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